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Eine der fesselndsten Aspekte des Romans ist die Art und Weise, wie Clarke die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen lässt. Während Piranesi die endlosen Hallen und Räume des Hauses erkundet, beginnt er, die Muster und Rätsel seiner Umgebung zu entwirren, und dabei wird die Linie zwischen dem, was real ist, und dem, was in seiner Vorstellung existiert, immer verschwommener.
Die Architektur des Hauses selbst ist ein zentraler Charakter des Romans. Mit seinen verwinkelten Gängen, versteckten Kammern und beeindruckenden Räumen nimmt das Haus fast eine eigene Persönlichkeit an. Es ist eine Welt für sich, voller Geheimnisse und Mysterien, die Piranesi und die Leser gleichermaßen faszinieren und herausfordern.
Darüber hinaus bietet „Piranesi“ eine tiefgreifende Meditation über die Natur des Selbst und die Bedeutung von Erinnerungen und Identität. Während Piranesi versucht, die Wahrheit über seine Vergangenheit und seine Beziehung zum Haus zu entdecken, werden die Leser dazu angeregt, über ihre eigenen Wahrnehmungen von Realität und Identität nachzudenken.
Die Sprache, die Clarke in „Piranesi“ verwendet, ist ebenso beeindruckend wie die Welt, die sie erschafft. Ihre Prosa ist poetisch und atmosphärisch, und sie schafft eine Atmosphäre der Mystik und Schönheit, die den Leser von der ersten Seite an in den Bann zieht.
Die Bedeutung von Piranesi (siehe auch den Eintrag in der Wikipedia zur Bedeutung des Namens) in Susanna Clarkes gleichnamigem Roman reicht weit über die Figur selbst hinaus und zieht sich durch verschiedene Ebenen der Erzählung.
Zunächst einmal verkörpert Piranesi die Neugier und das Staunen des menschlichen Geistes. Er ist ein Forscher, der unermüdlich die unendlichen Hallen des Hauses erkundet, immer auf der Suche nach neuen Entdeckungen und Erkenntnissen. Seine Hingabe an die Erforschung der Welt um ihn herum spiegelt die menschliche Faszination für das Unbekannte wider und erinnert daran, wie wichtig es ist, die Welt mit offenen Augen und einem neugierigen Geist zu betrachten.
Darüber hinaus steht Piranesi als Symbol für die Suche nach Identität und Wahrheit. Im Laufe des Romans beginnt er, seine eigene Geschichte und seine Beziehung zum Haus zu hinterfragen, was zu einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit den Themen von Erinnerung, Identität und Realität führt. Seine Reise steht metaphorisch für die Suche jedes Menschen nach seinem Platz in der Welt und nach der Wahrheit über sich selbst.
Piranesi ist auch eng mit dem Haus verbunden, das die zentrale Kulisse des Romans bildet. Sein Name selbst ist eine Hommage an den berühmten italienischen Künstler und Architekten Giovanni Battista Piranesi, der für seine Darstellungen von imaginären architektonischen Welten bekannt ist. In gewisser Weise spiegelt der Piranesi des Romans die kreative Kraft des menschlichen Geistes wider, die in der Lage ist, ganze Universen zu erschaffen und zu erkunden, sei es in der Kunst oder in der Vorstellungskraft eines Autors.
„Piranesi“ ist ein Meisterwerk der modernen Fantasie, das mit seiner einzigartigen Welt, seinen faszinierenden Charakteren und seinen tiefgründigen Themen die Leser verzaubert und inspiriert. Susanna Clarke hat mit diesem Roman erneut bewiesen, dass sie eine der herausragenden Stimmen in der zeitgenössischen Literatur ist, und „Piranesi“ wird zweifellos als ein Klassiker des Genres in Erinnerung bleiben.
Dr. Joy Clarkson gibt in diesem Vortrag einen Eindruck, wie Piranesi zu einem Reenchantment beitragen kann.
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]]>Der Beitrag Zeitreise zweier Oxford-Gelehrten erschien zuerst auf Tales of High Adventure.
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Ihr Abenteuer begann mit einer gängigen Erkundung des majestätischen Palastes und seiner ausgedehnten Gärten. Doch die Atmosphäre veränderte sich, als die Damen sich durch die verschlungenen Wege und die schattigen Alleen wagten. Eine unheimliche Melancholie legte sich über sie, eine träumerische Dunstigkeit, die den Sinn für Realität zu verschleiern schien. Plötzlich wurden sie Zeugen einer schicksalhaften Veränderung, als die Zeit selbst sich zu entfalten schien und ihnen das Bild vergangener Tage präsentierte.
Es waren nicht die flüchtigen Schatten der Vergangenheit, die ihren Weg kreuzten, sondern Gestalten in seltsam altertümlichen Gewändern. Zwei Männer in langen graugrünen Mänteln und dreispitzigen Hüten zogen vorbei, gefolgt von einem düsteren Gesicht, das den Damen in der Hitze des Nachmittags einen Schauer über den Rücken jagte. Die Luft vibrierte vor Ungewissheit, als sie auf eine Dame stießen, die sich hinter einem Blattwerk versteckt hatte, ihre ungewöhnliche Erscheinung und ihr durchdringender Blick entlockten den Damen einen ehrfürchtigen Respekt.
Verwirrt und benommen kehrten sie von ihrem Ausflug zurück, doch die Erinnerung an das Unerklärliche ließ sie nicht los. Bei dem Versuch, ihre Schritte zurückzuverfolgen, stellten sie fest, dass die Realität um sie herum sich verändert hatte. Die gewundenen Pfade waren verschwunden, die Wände des Palastes hatten sich neu geformt und die Brücke, die sie überquert hatten, war nirgends zu sehen. Es schien, als ob sie durch die Schleier der Zeit gewandelt waren und eine Ära betreten hatten, die längst vergangen war.
Ihr ungewöhnliches Erlebnis erregte die Aufmerksamkeit der Gelehrtenkreise, und bald darauf wurden die Namen Morison und Lamont in den Annalen der Geschichtsschreibung eingraviert. Doch das Geheimnis ihrer Identität wurde erst Jahre später gelüftet, als die Wahrheit hinter den Seiten eines Buches mit dem Titel „An Adventure“ enthüllt wurde. Die wahren Schöpfer dieses literarischen Meisterwerks waren keine anderen als Eleanor Jourdain und Charlotte Moberly, zwei angesehene Gelehrte aus den Hallen der Universität Oxford. Charlotte Anne Moberly war die stellvertretende Schulleiterin und Eleanor Frances Jourdain war die Schulleiterin am Frauencollege der Universität Oxford.
Ihr mutiges Werk führte sie auf einen Weg der Kontroverse und der Bewunderung, während sie sich bemühten, das Rätsel ihrer Zeitreise zu entschlüsseln. Ihre Reise führte sie zu den Pforten der Society for Psychical Research, wo sie ihre Geschichte mit den Forschern teilten, die nach Wahrheit und Erkenntnis strebten. Doch selbst unter den angesehensten Köpfen der Gesellschaft blieb die Frage nach der Wahrheit ihrer Erzählung unbeantwortet.
Trotz der Zweifel und der Kritik setzten Moberly und Jourdain ihre akademische Laufbahn fort, wobei ihr Vermächtnis als Pioniere des Übernatürlichen in den Hallen von St. Hugh’s College weiterlebte. Ihre Geschichte bleibt eine faszinierende Reise durch die Mysterien der Zeit und ein Zeugnis für den unerschütterlichen Glauben an das Unbekannte, das im Herzen eines jeden Forschers brennt. Mögen ihre Namen für immer in den Annalen der Geschichte verewigt bleiben, als Pioniere, die die Grenzen der Zeit und des Raumes überschritten haben, um die Geheimnisse der Vergangenheit zu enthüllen.
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]]>Der Beitrag Wunderkammern, Kuriositätenkabinette & Panoptika erschien zuerst auf Tales of High Adventure.
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Doch was sind diese faszinierenden Institutionen? Die Wunderkammer, auch „Kunst- und Raritätenkabinett“ genannt, war einst die Schatzkammer der Herren der Renaissance und der Gelehrten des Barock. Hier sammelten sie eine schier unendliche Fülle von Schätzen: von exotischen Mineralien bis zu präparierten Tieren, von antiken Reliquien bis zu kunstvollen Kuriositäten. Die Wunderkammer war ein Mikrokosmos des Universums, ein Ort, an dem das Wunderbare und das Wissenschaftliche, das Alte und das Neue, das Exotische und das Vertraute zusammenflossen.
Im Vergleich dazu ist das Kuriositätenkabinett eine modernere Variante, oft mit einer spezifischeren Sammlung ungewöhnlicher Objekte. Dabei kann es sich um eine private Sammlung handeln, die von einem leidenschaftlichen Liebhaber kurioser Dinge zusammengestellt wurde, oder um eine öffentliche Ausstellung, die die Phantasie der Besucher anregt und ihre Sinne beflügelt.
Warum aber sollte diese Tradition der Wunder und Kuriositäten gerade heute wiederbelebt werden? Nun, in einer Zeit, in der wir oft von der Informationsflut überrollt werden und uns in einer immer homogeneren Welt wiederfinden, sind Wunderkammern und Kuriositätenkabinette wie Oasen der Vielfalt und Individualität. Sie erinnern uns daran, dass die Welt voller Wunder ist, die darauf warten, entdeckt zu werden, und dass Neugier und Staunen die Triebfedern sind, die uns antreiben, die Welt um uns herum zu erforschen.
Darüber hinaus bieten Wunderkammern und Kuriositätenkabinette einen Gegenpol zum digitalen Zeitalter. Statt Bildschirme und Klicks gibt es hier reale Objekte zum Anfassen und Betrachten, eine unmittelbare und sinnliche Erfahrung, die uns wieder mit der Welt verbindet.
Und nicht zuletzt sind Wunderkammern und Kuriositätenkabinette eine Quelle der Inspiration und Kreativität. Sie fordern uns heraus, über das Gewohnte hinauszugehen, neue Zusammenhänge zu entdecken und unserer Phantasie freien Lauf zu lassen. In einer Zeit, in der Innovation und Originalität immer wichtiger werden, können uns diese unkonventionellen Sammlungen neue Perspektiven eröffnen und uns ermutigen, die Grenzen des Möglichen zu überschreiten.
Doch wie holt man sich diese faszinierende Welt der Wunder und Kuriositäten in die eigenen vier Wände? Das ist einfacher als man denkt. Beginnen Sie damit, Ihre eigenen Interessen und Leidenschaften zu erforschen. Sammeln Sie Dinge, die Ihre Neugier wecken und Ihre Fantasie beflügeln – sei es eine Sammlung alter Fotoapparate, eine Auswahl exotischer Mineralien oder eine Reihe antiquarischer Bücher. Arrangieren Sie Ihre Sammlung kunstvoll in Regalen, Vitrinen oder auf anderen Ausstellungsflächen und lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf.
Warum sollte man sich die Mühe machen, zu Hause eine solche Wunderkammer einzurichten? Nun, abgesehen von der Freude und Inspiration, die sie bieten kann, ist eine persönliche Wunderkammer auch ein Ort des Rückzugs und der Besinnung, ein Raum, der einen daran erinnert, dass die Welt voller Wunder und Überraschungen steckt. Es ist eine Möglichkeit, die eigene Einzigartigkeit und Individualität zum Ausdruck zu bringen und sich gleichzeitig mit den unendlichen Möglichkeiten des Universums zu verbinden. Tauchen Sie also ein in die Welt der Wunder und Kuriositäten – Sie werden überrascht sein, was Sie entdecken!
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]]>Der Beitrag Magie ist für alle da erschien zuerst auf Tales of High Adventure.
]]>So begann Aleister Crowley seinen Abstieg in die Welt der Magie mit der Selbstverständlichkeit eines Schnäppchenjägers beim Black Friday. Er verkündete, dass Magie nicht nur für die High Society der Magier gedacht ist, sondern auch für die einfache Bevölkerung, angefangen von Bankern bis hin zu Boxern, und selbstredend, für jede unglückliche Seele dazwischen, die das Gefühl hat, dass ihr Leben einem deutschen Arthaus-Film gleicht. In Crowleys Welt ist Magie wie ein McMenü – für jeden zugänglich, egal ob man mit Krösus‘ Karte bezahlt oder mit ein paar Cent aus der Spardose.

Die meisten von uns denken bei Magie an Glitzer und Glamour aus „Harry Potter“ oder dem Trash von „I Dream of Jeannie“. Aber ist das die echte Magie, um die es hier geht? Crowley schreibt weiter, dass Magie im Grunde genommen nichts mit Fantasyfilmen zu tun hat, sondern eher ein persönlicher IKEA-Baukasten für das eigene Lebensregal sein sollte. Und das hat nichts mit Zauberstäben oder dem Drehen von magischen Kreisen zu tun, sondern einfach damit, dass jeder in seiner eigenen Perfektion badet – so wie ein Schwein im Dreck, nur ohne die Sauerei.
Aber was zur Hölle ist Magie überhaupt? Crowley definiert sie als den Versuch, die Welt nach dem eigenen Willen zu formen – eine Art DIY-Projekt für die Seele. Ich würde das noch weiter ausführen und sagen, dass es am Ende des Tages einfach nur darum geht, sich so zu verändern, dass man sich wie ein Einhorn fühlt, auch wenn man eigentlich nur ein Esel ist.
Einige von euch, die das hier lesen, könnten sich jetzt vorstellen, wie eine Gruppe von Okkultisten nackt um ein Lagerfeuer tanzt und Tarotkarten dabei benutzt, um herauszufinden, wer das nächste Opfer für den Dämonenpakt ist. Aber bevor ihr in Panik geratet, lasst mich euch beruhigen: Magie hat nur wenig mit Ritualen und noch weniger mit nackten Hinterteilen zu tun. Wobei ich das natürlich nicht ausschließen möchte. Es soll ja auch Spaß machen. Es geht einfach darum, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht, egal ob das nun das Studieren von Sternenkonstellationen oder das Sammeln von Feenstaub ist.
Also, ihr lieben Gläubigen der Magie, packt eure Zaubersteine aus, die ihr am Bach gefunden habt und lasst uns in die Welt des Staunens eintauchen. Lasst uns mit der Wiederverzauberung beginnen!. Denn, wer braucht schon die Logik der Realität, wenn man Schabernack, Schelmentun und Wunder auf Lager hat?
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]]>Der Beitrag C.S. Lewis über die Wiederverzauberung (des Fahrrads) erschien zuerst auf Tales of High Adventure.
]]>Im Oktober 1946 schrieb Lewis in der Zeitschrift Resistance ein kurzes Stück mit dem Titel „Talking about Bicycles“, in dem er ein (vielleicht fiktives) Gespräch mit einem Freund über die verschiedenen Lebensphasen und die Wiederverzauberung beschreibt, die er anhand des Fahrrads veranschaulicht.
Im folgenden Auszug habe ich Überschriften eingefügt, um die beschriebenen Zeitabschnitte zu verdeutlichen.
Ich erinnere mich an eine Zeit in meiner frühen Kindheit, in der mir das Fahrrad nichts bedeutete: Es war nur ein Teil des riesigen, bedeutungslosen Hintergrunds erwachsener Spielereien, vor dem das Leben weiterging.
Dann kam die Zeit, in der ich ein Fahrrad besaß und fahren gelernt hatte, in der ich endlich allein unterwegs war, frühmorgens, unter Bäumen, in und aus dem Schatten, als würde ich das Paradies betreten. Dieses scheinbar mühelose und reibungslose Gleiten – mehr wie Schwimmen als jede andere Bewegung, aber eigentlich wie die Entdeckung eines fünften Elements – schien das Geheimnis des Lebens gelüftet zu haben. Jetzt würde man anfangen, glücklich zu sein.
Aber natürlich kam ich bald in die dritte Periode. Als ich bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Schule und zurück fuhr (es war einer dieser Wege, die in beide Richtungen bergauf führten), wurde mir die Prosa des Radfahrens klar. Das Fahrrad wurde für mich zu dem, was das Ruder für einen Galeerensklaven ist. . .
Seit ich kein Auto mehr habe, muss ich wieder Fahrrad fahren. Und die Aufgaben, für die ich es benutze, sind oft langweilig genug. Aber immer wieder weckt allein das Fahren einen herrlichen Hauch von Erinnerung. Ich erlebe die Gefühle des zweiten Lebensalters wieder. Mehr noch, ich sehe, wie wahr sie waren – auch philosophisch. Denn es ist wirklich eine bemerkenswert angenehme Bewegung. Aber es ist kein Rezept für Glück, wie ich damals dachte. In diesem Sinne war das zweite Zeitalter eine Fata Morgana. Aber eine Fata Morgana von etwas… . . Ob das Glück, das die ersten Erfahrungen mit dem Fahrrad zu versprechen schienen, nun in dieser oder einer anderen Welt existiert oder nicht, es ist auf jeden Fall etwas, das man sich vorgestellt hat. Der Wert des Versprochenen bleibt bestehen, auch wenn dieses spezielle Versprechen falsch war – auch wenn alle möglichen Versprechen falsch sind.
Lewis‘ „Freund“ (der sehr nach Lewis klingt!) wendet dies auf verschiedene Bereiche des Lebens an, einschließlich der Liebe:
„Wir alle erinnern uns an die Zeit, als wir noch nicht verzaubert waren – es gab eine Zeit, da bedeuteten uns die Frauen nichts.
Dann verliebten wir uns; das war natürlich die Verzauberung.
Dann, in den ersten oder mittleren Jahren der Ehe, kam – nun ja, die Ernüchterung. Alle Versprechungen hatten sich irgendwie als falsch erwiesen. Keine Frau kam der Vorstellung gleich – es war unmöglich. . . .
Ich glaube nicht, dass ich einem Junggesellen erklären kann, wie es ist, wenn man auf seine erste Fata Morgana zurückblickt, sich voll und ganz bewusst ist, dass es eine Fata Morgana war, und dennoch all die Dinge verkauft, die daraus entstanden sind, Dinge, die man sich nie hätte träumen lassen, und auch das Gefühl hat, dass die Erinnerung daran in gewisser Weise bedeutet, dass sie unter all den anderen Erfahrungen noch da ist, wie eine Muschel auf dem Grund eines klaren, tiefen Beckens – und dass ohne sie nichts passiert wäre, dass die Erinnerung daran in gewisser Weise bedeutet, dass sie unter all den anderen Erfahrungen immer noch da ist, wie eine Muschel auf dem Grund eines klaren, tiefen Beckens – und dass ohne sie überhaupt nichts passiert wäre – so dass sie einem selbst dort, wo sie am wenigsten wahr war, wichtige Wahrheiten in der einzigen Form sagte, die man damals verstehen konnte.“
Der ganze Aufsatz ist in Lewis‘ Buch „Present Concerns“ nachzulesen.
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]]>Der Beitrag Die Wunderlandmiliz erschien zuerst auf Tales of High Adventure.
]]>Wenn euch jener Ort etwas wert ist, wenn auch ihr dort selbst großgeworden seid, und die Zeit dort euch etwas gelehrt hat, dann wehrt euch! Schließt euch der Wunderlandmiliz an. Und kämpft. Kämpft mit allem was ihr habt. Mit der Kamera, den Tasten, dem Stift, mit euren Freunden, euren Latexschwertern, euren Nerfguns und eurem Steampunkzylinder. Vor allem aber mit eurer Phantasie! Darum, dass niemand sich die Brüste vergrößern muss, damit er in einem Märchen mitspielen darf und darum, dass die Macht der Vorstellung grenzenlos und unberechenbar bleibt.
Schreibt Bücher, die sonderbar sind, Geschichten, die verwirren, erschafft Figuren, die niemals in eine Juniortüte passen würden. Stellt den voranpreschenden Geldmaschinen Bollwerke aus Buchstaben und Träumen entgegen und ersinnt Unglaubliches statt Verkäufliches. Wagt, mehr Undenkbares zu denken!
lhttp://herrvonaster.blogspot.com/2015/08/die-gentrifizierung-des-wunderlandes.html
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]]>Der Beitrag Wiederverzauberung erschien zuerst auf Tales of High Adventure.
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15 Jahre nachdem Landy und Saller das Re-Enchantments als Gegenthese zur Entzauberung der Welt (Disenchantment) aufstellten, ist er zu einem festen Begriff geworden. Jede Woche sehen wir Artikel, Bücher, Veranstaltungen und Festivals, in denen das Wort verwendet wird, als wäre es ein Synonym für Selbstverbesserung durch die Natur und die Verbindung mit dem Wunder der Kindheit. In seiner verwässerten Form scheint der Begriff oft ziemlich selbstbezogen zu sein. Zur Erinnerung: Wenn es bei der Wiederverzauberung nicht darum geht, sich sowohl der Dunkelheit als auch dem Wunder zu stellen, dann ist es keine Wiederverzauberung, sondern ein zweifelhafter Trend zur Selbstverbesserung – und etwas, das sich leicht verpacken, kaufen und verkaufen lässt. Selbst im Marketing wird das Reenchantment als Verkaufsargument genutzt.
Lockdown bot vielen von uns die Hoffnung, dass die Welt neu geschmiedet werden könnte. Die Geschäfte wurden geschlossen. Eine Zeit lang sogar die Banken. Die Büroarbeit wurde auf Eis gelegt. Könnte dies das Ende der Büroarbeit sein, fragten sich die Menschen? Wildtiere kehrten in die Natur zurück, und in einem Klima der Lebensmittelknappheit gingen die Menschen auf die Felder und in die Parks, um Brennnesseln, Beifuß, Schafgarbe, Brombeeren, Bärlauch und alle möglichen saisonalen Kräuter und Wurzeln zu sammeln. Die Menschen versuchten, sich selbst zu versorgen, backten ihr eigenes Brot und lernten die alten Methoden des Fermentierens und Einlegens von Lebensmitteln. Andere fragten sich, warum sie in Großstädten lebten, wenn deren wichtigste Funktion – das Konsumieren – pausierte. Was, so fragten sie, hielt sie dort fest?
Es gab die Idee, dass wir die trostlose Welt der erzwungenen Lohnarbeit, der Autoabgase und des Kapitalismus in etwas Besseres verwandeln könnten. Schon einige Zeit vor der Abriegelung, als ich den Londoner Alltag kennengelernt hatte und mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert wurde, denen viele von uns auf ihrem Lebensweg begegnen, hatte ich darüber nachgedacht, dass dieses Bessere etwas war, von dem ich als idealistisches Kind träumte, das in einem Rückzugszentrum im ländlichen West Country aufwuchs. Wenn wir jung sind, sind wir wohl am stärksten mit unseren Prinzipien verbunden. Damals war die Welt eine lebendige, atmende Einheit, und alle ihre Bewohner waren es wert, von uns beschützt zu werden. Kinder sind so sensibel und scharfsinnig wie nur wenige Erwachsene. Um es mit den Worten von Elizabeth Costello von J. M. Coetzee zu sagen: „Ein einziger Blick in ein Schlachthaus genügt, um ein Kind zu einem lebenslangen Vegetarier zu machen.“
Max Weber vertrat die Ansicht, dass die Moderne „durch eine fortschreitende Entzauberung der Welt gekennzeichnet ist“. Dies bezieht sich, kurz gesagt, auf die Abwertung von Religion und Spiritualität. Ich denke, auch das Erwachsenwerden folgt diesem Muster. Einst glaubten unsere Vorfahren an Feen, Geister, Ortsgeister und Götter. Sie baten Bäume um Erlaubnis, bevor sie ihre Früchte pflückten. Sie bauten Tempel an Orten, an denen sie auf gute Omen stießen. Heute konsumieren und entwickeln wir uns mit wenig Rücksicht auf Feng Shui oder zur Besänftigung der örtlichen Götter. Als Kinder brauten wir Tränke aus Blumen, sprachen mit Tieren und sahen Gesichter in Bäumen. Vielleicht haben wir an Feen geglaubt – oder zumindest an die Zahnfee. Einige von uns glaubten, dass jedes Jahr im Dezember ein bärtiger, großzügiger Mann in einem von Rentieren gezogenen Schlitten durch den Himmel fuhr.
Gelehrte diskutieren noch immer über die Bedeutung und Gültigkeit der Wiederverzauberung. In The Re-enchantment of the World: Säkulare Magie in einem rationalen Zeitalter“ argumentieren die Autoren Joshua Landy und Michael Saler beispielsweise, dass es schon immer eine Gegentrend zur Magie gegeben hat, und stellen die Ansicht in Frage, dass die Moderne „entzaubert“ ist. Dennoch finden Webers Worte auch bei denjenigen von uns Anklang, die den Verlust der Allmende erlebt haben, worüber Silvia Federici in Re-enchanting the World: Feminism and the Politics of the Commons und in ihrem bahnbrechenden Buch Caliban and the Witch. Auch heute noch wehren sich die Menschen gegen den Verlust des Rechts auf Streunen oder wildes Zelten – erst dieses Jahr wurde in Dartmoor das wilde Zelten verboten, dem letzten Ort, an dem dies in England erlaubt ist. Die Wiederverzauberung spricht auch diejenigen von uns an, die Freiheit und körperliche Autonomie an einen immer repressiveren Staat verloren haben. Entzauberung ist nach dieser Definition eine gewaltsame Abtrennung von unserem Wissen über die natürliche Welt. Die Zeiten von König Artus und Odysseus, als die Helden in die Wildnis zogen und dort auf mythische Tiere, Hexen und seltsame Orte mit besonderen Geistern trafen, sind vorbei – ob real oder eingebildet.
Natürlich sollten wir die Magie der Vergangenheit nicht verherrlichen, ohne uns auch an die Dunkelheit zu erinnern. Unter den Feen der Vergangenheit wohnten auch dunklere Wesen, mit denen man sich nicht anlegen sollte. Als Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit, vor dem, was in dem geheimen Raum hinter meinem Kleiderschrank in dem staubigen alten Haus wohnte, vor den Schatten, die sich zwischen den Bäumen bewegten. Magie ist eine wundersame und furchterregende Sache. An Magie zu glauben bedeutet, an die Macht des Willens, an das Wunderbare und an eine Welt der Geister, Gespenster, Feen oder anderen Wesenheiten zu glauben; es kann das Gefühl des Staunens hervorrufen, das man empfindet, wenn man in der Morgen- oder Abenddämmerung auf einem Berggipfel steht, einen Sonnenuntergang beobachtet oder Synchronizitäten erlebt. Aber es bedeutet auch, sich mit der Angst zu konfrontieren, dass andere uns verflucht haben, mit dem bösen Blick, mit der Unvermeidlichkeit des Todes und mit unserem begrenzten Verständnis der Welt, selbst mit unserer wunderbaren Wissenschaft. Es bedeutet auch, im Chaos des Pandämoniums Pan, dem Gott der Wildnis, im Wald zu begegnen und böse Vorzeichen zu erkennen, wie zum Beispiel eine zufällige Begegnung mit der Wilden Jagd in den heimtückischsten Wäldern, deren Erscheinung Krieg, Pest oder nichts Gutes voraussagte. Wir können kein Licht ohne Dunkelheit haben. Die Wiederverzauberung erfordert Verhandlungen und Respekt für das Heilige. Wir können nicht alles nehmen, ohne etwas zurückzugeben.
Kann man Wiederverzauberung verkaufen? Man kann alles verkaufen. Wir täten gut daran, uns daran zu erinnern, was mit der Achtsamkeit geschehen ist und wie die altindische Praxis des Yoga vereinnahmt wurde, um Arbeitnehmer produktiver und widerstandsfähiger zu machen. Achtsamkeit war in Wahrheit viel mehr als McMindfulness. Es ging darum, langsamer zu werden, aufmerksam zu sein und sich auf den Atman – das universelle Selbst – einzustimmen. Im Gegenzug konnte der Praktizierende Erleichterung in der Langlebigkeit der Natur finden, im Gegensatz zur Kürze unseres eigenen Lebens.
Der Kapitalismus ist ein wandlungsfähiges Gebilde, das sein Bestes tut, damit wir uns sicher und umsorgt fühlen. Die gleiche Verwässerung haben wir im Laufe der Jahre auch bei anderen Traditionen und Praktiken erlebt. In den Geschäften auf der Straße werden Zauber- und Ritualsets verkauft, oft mit den wertvollen Kräutern der Ureinwohner, ohne dass dies anerkannt wird. Und der Markt hat das Markenpotenzial bestimmter Praktiken wie Waldspaziergänge und Schwimmen im Meer oder Fluss erkannt, so dass Waldbaden und Wildbaden zu den Begriffen du jour geworden sind. Vielleicht haben Sie schon von Bhastrika Pranayama gehört – einer Art schneller und kräftiger Atmung, die in der yogischen Tradition existiert und Wärme erzeugt. Oder von der Tradition des Eintauchens in eiskaltes Wasser, die unter anderem in der finnischen, russischen und kasachischen Kultur verbreitet ist. Solche Praktiken wurden in der Wim-Hof-Technik zusammengefasst, für die Tausende von Menschen bezahlen. Sogar „die lebensverändernde Kunst des Aufräumens“ ist zu einer Handelsware geworden.
Wir müssen weiterhin auf die Schönheit der Welt achten. Aber wenn wir unser Portemonnaie für teure spirituelle oder Selbsthilfe-Workshops öffnen, bringt uns das nur bedingt weiter. Sie müssen nicht für einen schicken Kurs bezahlen – unabhängige Macher wie wir sind dankbar, wenn Sie unsere Arbeit durch Ihre Teilnahme unterstützen – und viele Fähigkeiten erfordern Fachwissen, wie das Handwerk des Schreibens, der Kräuterkunde und der Meditation. Aber Sie müssen nicht Hunderte von Pfund ausgeben, wenn viele dieser Dinge durch Lesen, spirituelle Praxis und bescheidenere Praktizierende erlernt werden können, die sich nicht als Gurus aufspielen oder die Welt in Rechnung stellen. Ehrlich gesagt, für die Wiederverzauberung brauchen Sie kein Buch, keinen Kurs und kein Handbuch. Wie das Buch von Molfars abschließt: „Du bist das Buch.“ Wir müssen jedoch darauf achten, was in der Welt um uns herum existiert. Nur dann werden wir wissen, was auf dem Spiel steht.
Für eine echte Selbstfürsorge brauchen wir auch die Fürsorge der Welt. Unsere geistige Gesundheit hängt von Dingen wie persönlicher Freiheit, einer zuverlässigen Unterkunft, qualitativ hochwertigen Lebensmitteln, einer Offline-Gemeinschaft und dem Zugang zur Natur ab. Dies kann in einem monetären Kurs simuliert werden, aber wir brauchen diese Dinge langfristig. Vielleicht brauchen wir jetzt eine apokalyptische Art der Hexerei, wie sie Peter Grey in seinem Manifest fordert:
„Hexerei ist die Zuflucht der Enteigneten,
der Machtlosen, der Hungernden und der Misshandelten.
Sie gibt Steinen und Bäumen Herz und Zunge.
Sie trägt die raue Haut von Bestien.
Sie wendet sich gegen eine Zivilisation, die den
Preis von allem und den Wert von nichts kennt.“
Wir brauchen keinen Markt, der an die Stelle unserer grundlegenden Menschenrechte tritt. Wir müssen uns die Rechte auf unser Leben zurückholen. In Revolutionary Road fragt der Autor Richard Yates: „Sind Künstler und Schriftsteller die einzigen Menschen, die ein Recht auf ihr eigenes Leben haben?“ Ich denke ja – neben den Superreichen -, aber das ist nicht richtig. Ich wünschte, auch wir hätten das Recht, ein Leben wie Katzen zu führen, die sich mit der Sonne bewegen, schlafen, essen und frei herumlaufen. Als ich klein war, kletterte ich die Klippen hinunter, krabbelte durch den wilden Wald und schwamm im Meer. Ich habe das nicht als wildes Schwimmen betrachtet. Ich schwamm, lief, kletterte und erkundete. Ich habe gelebt.
Statt einer Wiederverzauberung durchleben wir meiner Meinung nach derzeit eine Phase intensiver Entzauberung. Nicht unbedingt im Sinne der Religion. In den letzten Jahren gab es einen Aufschwung des Neuheidentums und anderer neuer Religionen. Das Christentum hat abgenommen, der Islam dagegen zugenommen. Aber wir sind wieder zu einer unaufhörlichen Selbstfokussierung zurückgekehrt, und wir kommerzialisieren alles, von Orten und Früchten der Erde bis zu immateriellen Ideen. Wir sind zum nihilistischen Konsum zurückgekehrt und viele von uns zum obligatorischen 9 bis 5 Uhr-Tag, der zwar für einige ein Geschenk ist, aber nicht alle sind für diese Arbeitszeiten oder diese Starrheit geeignet. Viele von uns haben ein kollektives Trauma.
Hinzu kommt, dass wir uns inmitten einer intensiven Lebenskostenkrise befinden. Viele haben Schwierigkeiten, zu essen oder ihre Häuser zu heizen. Es gibt eine Rückkehr zu einer Dickens’schen Philanthropie, während die meisten Industrieländer reich genug sind, um den Bedürftigen hier und anderswo Sozialhilfe zu gewähren. Jede Woche melden sich Menschen in meiner Gemeinde und erzählen, dass sie nicht genug zu essen haben und auf die Freundlichkeit von Fremden angewiesen sind – und das, obwohl sie in einem reichen Land leben, das die Mittel hat, sie zu versorgen. Der Krieg rückt immer näher. Frieden scheint in weiter Ferne. Die Bedrohung durch einen Atomkrieg lässt die düstersten und apokalyptischsten Zukunftsvisionen möglich erscheinen. Angesichts des Krieges und all der Probleme, die aufgetaucht sind, seit wir unsere Heimat verlassen haben, scheint die Wiederverzauberung bestenfalls ein Hirngespinst, schlimmstenfalls ein Privileg.
Die Idee ist noch ausbaufähig, sollte aber niemals den Aktivismus ausschließen, die Übernahme von Verantwortung für unseren Teil des Problems und den Versuch, es in Ordnung zu bringen – und auch nicht für das kulturelle Kapital, das aus performativem Aktivismus entsteht, sondern aus einem echten kollektiven Wunsch, die Welt zu verändern.
Wiederverzauberung ist keine Handelsware. Und auch kein kurzlebiger Balsam für die Seele. Wiederverzauberung ist nicht etwas, das man am „Ich“ festmachen kann, sondern am „Wir“. Wiederverzauberung bedeutet nicht, dass wir auf einem Feld sitzen und uns die Ohren mit den Händen zuhalten. Um den Hookland Guide zu zitieren: „Wiederverzauberung ist Widerstand“. Wenn Wiederverzauberung kein Widerstand ist, besteht die Gefahr, dass sie Verblendung und Selbstgefälligkeit schürt, also genau die Dinge, die uns dahin gebracht haben, wo wir jetzt sind. Widerstand erfordert, dass wir uns unserer eigenen Verantwortung stellen, Schattenarbeit leisten und uns selbst aufopfern. Er erfordert, dass wir nach innen und nach außen blicken. Was würde die Welt besser machen? Ich denke, das ist genauso wichtig wie die Frage, wie wir uns besser fühlen würden.
Diane Purkiss ist Professorin für englische Literatur an der Universität Oxford, Autorin zahlreicher Bücher über Hexerei und Feminismus. „Ich interessiere mich sehr für die Idee der Wiederverzauberung“, sagt sie, „aber ich bin auch der Meinung, dass sie leicht dazu benutzt werden kann, um die Dunkelheit unter den Teppich zu kehren. Es scheint mir im Moment besonders relevant zu sein, über die andauernden kulturellen Angriffe auf indigene Kulturen als Beispiele dafür nachzudenken, wie westliche Subjekte alles in eine Gelegenheit zur Selbstentfaltung verwandeln (die majestätischen Worte von Bo Burnham) – und ich stimme auch zu, dass damit das Risiko verbunden ist, dem Krieg keine Aufmerksamkeit zu schenken, oder der Art und Weise, wie die Krise der psychischen Gesundheit, mit der wir weiterhin konfrontiert sind, mit den hässlichsten Aspekten des Spätkapitalismus verbunden ist. Eine andere Art, über die Wiederverzauberung nachzudenken, könnte darin bestehen, sie als eine Möglichkeit für die entfremdeten Menschen des Westens zu sehen, sich nicht nur mit der natürlichen Welt wieder zu verbinden, die sie sonst blind für die Zerstörung sind, sondern vielleicht auch miteinander.“
Zur Frage, wie wir uns selbst wieder verzaubern können, sagt Purkiss: „Es scheint mir sehr wichtig zu sein, dass [die Wiederverzauberung] keine Marketingmöglichkeit ist, die mit dem Kauf von Kerzen zu tun hat … Mir scheint, dass der beste Weg über Geschichten führt, und vor allem über das Hören von Geschichten, die mit dem Ort verbunden sind. Uns selbst durch Geschichten zu erkennen, ohne zu versuchen, sie sich anzueignen, ist eine Herausforderung, aber ich denke, das ist es, was wir tun müssen.“
Aktivismus, die Änderung unseres Lebensstils und die Verbindung mit Geschichten und den Geistern der Zeit und des Ortes werden letztendlich die Werkzeuge für den Kampf gegen den Kapitalismus sein. Wir müssen zuhören, ohne etwas zu beanspruchen, und lernen, zu schätzen, während wir der Versuchung widerstehen, umzuschreiben oder zu besitzen. Die raue Bestie des Kapitalismus gibt sich alle Mühe, sich so umzugestalten, dass es so aussieht, als läge ihm unser Bestes am Herzen – aber wir täten gut daran, uns daran zu erinnern, dass das nicht der Fall ist. Die Wiederverzauberung ist ebenso politisch wie spirituell; sie bedeutet, in einer Welt, die wir auf ein Nichts reduziert haben, wieder einen Sinn zu finden. Wenn wir an etwas glauben, kämpfen wir dafür. Im Gegenzug könnten wir uns kollektiv von dem erschreckenden alternativen Endpunkt abwenden, auf den wir zuzusteuern scheinen.
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