Theme License is not active! Please Activate it now to get started or if you don't have one - Buy it now.
Okkultismus – Tales of High Adventure https://talesofhighadventure.de It was the dawn of time ... Fri, 08 Mar 2024 14:07:44 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://talesofhighadventure.de/wp-content/uploads/2024/03/cropped-myrlogo1-32x32.png Okkultismus – Tales of High Adventure https://talesofhighadventure.de 32 32 230070969 Spiritismus in Australien – Eine Erfolgsgeschichte https://talesofhighadventure.de/2024/03/08/spiritismus-in-australien-eine-erfolgsgeschichte/ Fri, 08 Mar 2024 14:07:43 +0000 https://myrabilis.de/?p=509 Auch im 21. Jahrhundert ist der Spiritismus nicht vergessen. Die Victorian Spiritualists‘ Union (VSU), Australiens größte und älteste Spiritistenvereinigung sowie die weltweit am längsten ununterbrochen bestehende Spiritistenorganisation ist bis heute aktiv. Sie ist aber nicht die einzige Organisation mit einer Verbindung in die andere Welt. 1980 war ein ehrgeiziges Jahr für die Victorian Spiritualists‘ Union (VSU), die größte und älteste Spiritistenvereinigung Australiens und die am längsten ununterbrochen bestehende Spiritistenorganisation der Welt. In diesem Jahr war die VSU Gastgeberin für den Australienbesuch der bekannten britischen Spiritistin, Hellseherin und Autorin Coral Polge (1924-2001). Die VSU hatte bereits 1975 versucht, sie nach Australien zu holen, und fünf Jahre später war es endlich gelungen. Polge trat in zwei Shows im Kew Civic Centre auf, einem großen Veranstaltungsort in Melbournes wohlhabenden östlichen Vororten. Die VSU bewarb diese Auftritte in der kurzlebigen New-Age-Zeitschrift Ziriuz, zusammen mit Artikeln über alternative Medizin, Astrologie, Yoga, Vegetarismus, biodynamischen Gartenbau und Buddhismus“. Die Victorian Spiritualists‘ Union Inc. besteht weiter: „CONTINUOUSLY SERVING SPIRITUALISM SIND 1870“, wie sie feststellen.. Es gibt auch die Spiritualist Church of Australia und die Church of United Spiritualism of Australia (ich verkneife mir den Life of Brian Witz). Der Spiritualismus beeinflusste auch die Literatur in Down Under. Die Gefahren der Seefahrt führten dazu, dass der Spiritismus auch dort eine Rolle spielte. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich bei eMelbourne über Spiritualismus und Mesmerismus informieren. Die Talking Dead haben bis heute eine große Wirkung auf Australiens Leben. Einer der vielen Beweise, dass Max Weber mit seiner Entzauberten Welt völlig falsch lag und er nur seine eigene, kleine Welt betrachtet hatte. Schaut man sich die ganze Welt an, ist sie weiterhin sehr verzaubert, auch in Regionen, die wir zu der aufgeklärten westlichen Welt zählen. Denn es ist liegt kein Widerspruch zwischen Aufklärung und Verzauberung, auch wenn man uns das glauben lassen will.

Der Beitrag Spiritismus in Australien – Eine Erfolgsgeschichte erschien zuerst auf Tales of High Adventure.

]]>
Auch im 21. Jahrhundert ist der Spiritismus nicht vergessen. Die Victorian Spiritualists‘ Union (VSU), Australiens größte und älteste Spiritistenvereinigung sowie die weltweit am längsten ununterbrochen bestehende Spiritistenorganisation ist bis heute aktiv. Sie ist aber nicht die einzige Organisation mit einer Verbindung in die andere Welt.

Spiritismus

1980 war ein ehrgeiziges Jahr für die Victorian Spiritualists‘ Union (VSU), die größte und älteste Spiritistenvereinigung Australiens und die am längsten ununterbrochen bestehende Spiritistenorganisation der Welt. In diesem Jahr war die VSU Gastgeberin für den Australienbesuch der bekannten britischen Spiritistin, Hellseherin und Autorin Coral Polge (1924-2001). Die VSU hatte bereits 1975 versucht, sie nach Australien zu holen, und fünf Jahre später war es endlich gelungen. Polge trat in zwei Shows im Kew Civic Centre auf, einem großen Veranstaltungsort in Melbournes wohlhabenden östlichen Vororten. Die VSU bewarb diese Auftritte in der kurzlebigen New-Age-Zeitschrift Ziriuz, zusammen mit Artikeln über alternative Medizin, Astrologie, Yoga, Vegetarismus, biodynamischen Gartenbau und Buddhismus“.

Die Victorian Spiritualists‘ Union Inc. besteht weiter: „CONTINUOUSLY SERVING SPIRITUALISM SIND 1870“, wie sie feststellen.. Es gibt auch die Spiritualist Church of Australia und die Church of United Spiritualism of Australia (ich verkneife mir den Life of Brian Witz). Der Spiritualismus beeinflusste auch die Literatur in Down Under. Die Gefahren der Seefahrt führten dazu, dass der Spiritismus auch dort eine Rolle spielte. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich bei eMelbourne über Spiritualismus und Mesmerismus informieren. Die Talking Dead haben bis heute eine große Wirkung auf Australiens Leben.

Einer der vielen Beweise, dass Max Weber mit seiner Entzauberten Welt völlig falsch lag und er nur seine eigene, kleine Welt betrachtet hatte. Schaut man sich die ganze Welt an, ist sie weiterhin sehr verzaubert, auch in Regionen, die wir zu der aufgeklärten westlichen Welt zählen. Denn es ist liegt kein Widerspruch zwischen Aufklärung und Verzauberung, auch wenn man uns das glauben lassen will.

Der Beitrag Spiritismus in Australien – Eine Erfolgsgeschichte erschien zuerst auf Tales of High Adventure.

]]>
509
Magie ist für alle da https://talesofhighadventure.de/2024/03/08/magie-ist-fuer-alle-da/ Fri, 08 Mar 2024 09:53:52 +0000 https://myrabilis.de/?p=492 „Magick ist für alle da.“ (Crowley nutzt die Schreibweise Magick (mit k) für Magie, um sich von Magic, der Bühnenzauberei zu unterscheiden.) So begann Aleister Crowley seinen Abstieg in die Welt der Magie mit der Selbstverständlichkeit eines Schnäppchenjägers beim Black Friday. Er verkündete, dass Magie nicht nur für die High Society der Magier gedacht ist, sondern auch für die einfache Bevölkerung, angefangen von Bankern bis hin zu Boxern, und selbstredend, für jede unglückliche Seele dazwischen, die das Gefühl hat, dass ihr Leben einem deutschen Arthaus-Film gleicht. In Crowleys Welt ist Magie wie ein McMenü – für jeden zugänglich, egal ob man mit Krösus‘ Karte bezahlt oder mit ein paar Cent aus der Spardose. Die meisten von uns denken bei Magie an Glitzer und Glamour aus „Harry Potter“ oder dem Trash von „I Dream of Jeannie“. Aber ist das die echte Magie, um die es hier geht? Crowley schreibt weiter, dass Magie im Grunde genommen nichts mit Fantasyfilmen zu tun hat, sondern eher ein persönlicher IKEA-Baukasten für das eigene Lebensregal sein sollte. Und das hat nichts mit Zauberstäben oder dem Drehen von magischen Kreisen zu tun, sondern einfach damit, dass jeder in seiner eigenen Perfektion badet – so wie ein Schwein im Dreck, nur ohne die Sauerei. Aber was zur Hölle ist Magie überhaupt? Crowley definiert sie als den Versuch, die Welt nach dem eigenen Willen zu formen – eine Art DIY-Projekt für die Seele. Ich würde das noch weiter ausführen und sagen, dass es am Ende des Tages einfach nur darum geht, sich so zu verändern, dass man sich wie ein Einhorn fühlt, auch wenn man eigentlich nur ein Esel ist. Einige von euch, die das hier lesen, könnten sich jetzt vorstellen, wie eine Gruppe von Okkultisten nackt um ein Lagerfeuer tanzt und Tarotkarten dabei benutzt, um herauszufinden, wer das nächste Opfer für den Dämonenpakt ist. Aber bevor ihr in Panik geratet, lasst mich euch beruhigen: Magie hat nur wenig mit Ritualen und noch weniger mit nackten Hinterteilen zu tun. Wobei ich das natürlich nicht ausschließen möchte. Es soll ja auch Spaß machen. Es geht einfach darum, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht, egal ob das nun das Studieren von Sternenkonstellationen oder das Sammeln von Feenstaub ist. Also, ihr lieben Gläubigen der Magie, packt eure Zaubersteine aus, die ihr am Bach gefunden habt und lasst uns in die Welt des Staunens eintauchen. Lasst uns mit der Wiederverzauberung beginnen!. Denn, wer braucht schon die Logik der Realität, wenn man Schabernack, Schelmentun und Wunder auf Lager hat?

Der Beitrag Magie ist für alle da erschien zuerst auf Tales of High Adventure.

]]>
„Magick ist für alle da.“
(Crowley nutzt die Schreibweise Magick (mit k) für Magie, um sich von Magic, der Bühnenzauberei zu unterscheiden.)

So begann Aleister Crowley seinen Abstieg in die Welt der Magie mit der Selbstverständlichkeit eines Schnäppchenjägers beim Black Friday. Er verkündete, dass Magie nicht nur für die High Society der Magier gedacht ist, sondern auch für die einfache Bevölkerung, angefangen von Bankern bis hin zu Boxern, und selbstredend, für jede unglückliche Seele dazwischen, die das Gefühl hat, dass ihr Leben einem deutschen Arthaus-Film gleicht. In Crowleys Welt ist Magie wie ein McMenü – für jeden zugänglich, egal ob man mit Krösus‘ Karte bezahlt oder mit ein paar Cent aus der Spardose.

Magie ist, was du daraus machst.
Frau zaubert im Einkaufszentrum
Magie ist, was du daraus machst.

Die meisten von uns denken bei Magie an Glitzer und Glamour aus „Harry Potter“ oder dem Trash von „I Dream of Jeannie“. Aber ist das die echte Magie, um die es hier geht? Crowley schreibt weiter, dass Magie im Grunde genommen nichts mit Fantasyfilmen zu tun hat, sondern eher ein persönlicher IKEA-Baukasten für das eigene Lebensregal sein sollte. Und das hat nichts mit Zauberstäben oder dem Drehen von magischen Kreisen zu tun, sondern einfach damit, dass jeder in seiner eigenen Perfektion badet – so wie ein Schwein im Dreck, nur ohne die Sauerei.

Aber was zur Hölle ist Magie überhaupt? Crowley definiert sie als den Versuch, die Welt nach dem eigenen Willen zu formen – eine Art DIY-Projekt für die Seele. Ich würde das noch weiter ausführen und sagen, dass es am Ende des Tages einfach nur darum geht, sich so zu verändern, dass man sich wie ein Einhorn fühlt, auch wenn man eigentlich nur ein Esel ist.

Einige von euch, die das hier lesen, könnten sich jetzt vorstellen, wie eine Gruppe von Okkultisten nackt um ein Lagerfeuer tanzt und Tarotkarten dabei benutzt, um herauszufinden, wer das nächste Opfer für den Dämonenpakt ist. Aber bevor ihr in Panik geratet, lasst mich euch beruhigen: Magie hat nur wenig mit Ritualen und noch weniger mit nackten Hinterteilen zu tun. Wobei ich das natürlich nicht ausschließen möchte. Es soll ja auch Spaß machen. Es geht einfach darum, dass jeder sein eigenes Ding durchzieht, egal ob das nun das Studieren von Sternenkonstellationen oder das Sammeln von Feenstaub ist.

Also, ihr lieben Gläubigen der Magie, packt eure Zaubersteine aus, die ihr am Bach gefunden habt und lasst uns in die Welt des Staunens eintauchen. Lasst uns mit der Wiederverzauberung beginnen!. Denn, wer braucht schon die Logik der Realität, wenn man Schabernack, Schelmentun und Wunder auf Lager hat?

Der Beitrag Magie ist für alle da erschien zuerst auf Tales of High Adventure.

]]>
492
The Moon & Serpent Bumper Book of Magic – Alan Moore & Steve Moore https://talesofhighadventure.de/2024/03/05/the-moon-serpent-bumper-book-of-magic-alan-moore-steve-moore/ Tue, 05 Mar 2024 08:34:53 +0000 https://myrabilis.de/?p=450 Im Jahr 2007 kündigte der Verlag Top Shelf ein Buch über Magie von Alan Moore & Steve Moore an (nicht miteinander verwandt, aber sehr gut befreundet). Dann geschah sehr lange nichts. 2014 verstarb Steve Moore unerwartet, was das Werk tiefer in den Limbo stürzte. Letztendlich gibt es aber ein Happy End, denn im Oktober diesen Jahres wird The Moon & Serpent Bumper Book of Magic endlich erscheinen und ist bereits bei Amazon vorbestellbar. Als bekennender Alan Moore Fanboy wird damit ein Traum für mich wahr. Alan Moore ist zwar als Comic-Autor bekannt geworden (V for Vendetta, Watchman), war und ist aber immer Magier und Occultist gewesen. Steve Moore, ebenfalls Comic-Künstler, hatte den jungen Alan als Freund ins Herz geschlossen und ihn sowohl in die Comic-Branche als auch in den Okkultismus eingeführt. Der Inhalt The Moon & the Serpent enthält reich bebilderte Abhandlungen über die Magietheorien dieser alten Sekte, vor allem die wichtige Abhandlung „Abenteuer im Denken“, die zuverlässige Ratschläge für den Einstieg in die Welt der Magie gibt. Dazu gehören so beliebte Beschäftigungen wie Wahrsagen, ätherische Reisen und die Beschwörung einer bunten Vielfalt von Geistern, Göttern, Toten und höllischen Wesenheiten aus der Grube, die alle zu deinen neuen besten Freunden werden. Dieses extravagante Kompendium thaumaturgischer Überlieferungen enthält auch eine Geschichte der Magie von der letzten Eiszeit bis zur Gegenwart, die in einer Reihe von leicht zu erfassenden Bildbiografien von fünfzig großen Zauberern erzählt und durch eine Vielzahl von Bildgeschichten ergänzt wird, die Ereignisse von den paläolithischen Ursprüngen der Kunst über der Kunst, der Sprache und des Bewusstseins bis hin zu den komischen Taten des Moon & Serpent-Gründers Alexander, dem falschen Propheten („Er ist lustig, er ist falsch und er hat eine sprechende Schlange! „). Zusätzlich zu diesen vielfältigen Vergnügungen findet der abenteuerlustige Leser auch eine Reihe von hilfreichen Reiseführern zu außerirdischen Dimensionen, die bequem zu Fuß zu erreichen sind, sowie Profile der vielen kuriosen Einheimischen, denen man an diesen exotischen Orten begegnen kann. Es wird eine ganze Reihe von Unterhaltungsmöglichkeiten geboten, die so unterschiedliche Neuheiten und Unternehmungen wie eine üppig ausgestattete, dekadente Pulp-Geschichte über okkulte Abenteuer in Serienform umfassen. Abgerundet wird diese schier unvorstellbare Fundgrube durch eine ausführliche These, die die ultimative Bedeutung des Mondes und der Schlange auf eine Art und Weise enthüllt, die das lange verborgene Geheimnis der Magie, des Glücks, des Sex, der Kreativität und des bekannten Universums transparent macht und gleichzeitig erklärt, warum diese Mond- und Ophidensymbole im besonderen Namen des Ordens so prominent vorkommen. (Haftungsausschluss des Herstellers: Diese Ausgabe verrät allerdings nicht, warum sich die titelgebende Kabale von Magiern für großartig oder ägyptisch hält. Der Käufer möge sich vorsehen.) Aber das sieht doch aus wie ein Kinderbuch? Warum also wird all das in Form eines Kinderbuchs präsentiert? „Warum nicht?“, wäre die scherzhafte Antwort, aber es gibt noch weitere Gründe. Die Diskussion und Förderung von Magie im 21. Jahrhundert neigt dazu, in einem von zwei stereotypen Paketen zu erscheinen: New-Age-Mystizismus oder Gothic-Spookiness. Wenn es um Grimoires geht (und das Bumper Book ist per Definition ein Grimoire), scheinen die Leute den „grimmigen“ Teil des Wortes oft als Stilvorgabe zu nehmen, obwohl „Grimoire“ lediglich ein altes Wort für „Grammatik“ ist. Viele zeitgenössische Zauberbücher, vor allem die, die in die Fußstapfen von Kenneth Grant treten, sehen aus, als würden sie für eine Rolle in einer HP Lovecraft-Geschichte vorsprechen, mit lateinischen Titeln und der Art von geprägten Siegeln, die man immer wieder auf Metal-Alben sieht. Wie die Wissenschaft und die Kunst befasst sich auch die Magie mit der Gesamtheit der Welt, aber das merkt man nicht, wenn man sich viele Bücher ansieht, die das Thema behandeln. Die Verwendung des traditionellen Kinderjahresbuchs als Rahmenhandlung bedeutet, dass die Autorinnen und Autoren ihre Ideen aus einer Position der Unterhaltung und des ästhetischen Vergnügens heraus einbringen, während sie gleichzeitig (relativ) ernsthaft und informativ bleiben. (Das wiederum spiegelt Illuminatus! wider, das die Form einer ausschweifenden, von SF inspirierten Abenteuergeschichte nutzt, um eine Menge Diskussionen über Diskordianismus, Anarchismus, Okkultismus, seltsame Romane, amerikanische politische Geschichte usw. zu führen, die mir größtenteils neu waren, als ich die Trilogie im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal las). The Bumper Book mag oberflächlich betrachtet einem Kinderjahrbuch ähneln, aber dies ist kein Buch für Kinder. In den Aufsätzen wird der Einsatz von Drogen und Sex in der Magie diskutiert, und die Illustrationen enthalten viel Nacktheit (und auch eine ganze Menge Sex). Das Buch ist eine ernsthafte Studie, aber hoffentlich nicht langweilig. Einige der Beiträge werden in Comicform präsentiert, wobei acht der Seiten zu den letzten Werken des verstorbenen Kevin O’Neill gehören. Ben Wickey hat für die fünfzig Seiten von Old Moores‘ Lives of the Great Enchanters, die sich durch das ganze Buch ziehen und die gesamte Geschichte des westlichen magischen Denkens von der Steinzeit bis heute abdecken, eine fantastische Arbeit geleistet. Hier ist eine Menge ästhetisches Pasticcio am Werk (Alan liebt es, seine Ideen in geliehenen Gewändern vorzutragen): Kevins Seiten sind im Stil der Comicstrips aus Radio Fun und Film Fun – beliebte britische Kindercomics aus den 1940er und 50er Jahren – gestaltet, während Bens Strips das Format der alten Ripley’s Believe It or Not!-Strips haben.

Der Beitrag The Moon & Serpent Bumper Book of Magic – Alan Moore & Steve Moore erschien zuerst auf Tales of High Adventure.

]]>
Im Jahr 2007 kündigte der Verlag Top Shelf ein Buch über Magie von Alan Moore & Steve Moore an (nicht miteinander verwandt, aber sehr gut befreundet). Dann geschah sehr lange nichts. 2014 verstarb Steve Moore unerwartet, was das Werk tiefer in den Limbo stürzte. Letztendlich gibt es aber ein Happy End, denn im Oktober diesen Jahres wird The Moon & Serpent Bumper Book of Magic endlich erscheinen und ist bereits bei Amazon vorbestellbar. Als bekennender Alan Moore Fanboy wird damit ein Traum für mich wahr. Alan Moore ist zwar als Comic-Autor bekannt geworden (V for Vendetta, Watchman), war und ist aber immer Magier und Occultist gewesen. Steve Moore, ebenfalls Comic-Künstler, hatte den jungen Alan als Freund ins Herz geschlossen und ihn sowohl in die Comic-Branche als auch in den Okkultismus eingeführt.

Der Inhalt

The Moon & the Serpent enthält reich bebilderte Abhandlungen über die Magietheorien dieser alten Sekte, vor allem die wichtige Abhandlung „Abenteuer im Denken“, die zuverlässige Ratschläge für den Einstieg in die Welt der Magie gibt. Dazu gehören so beliebte Beschäftigungen wie Wahrsagen, ätherische Reisen und die Beschwörung einer bunten Vielfalt von Geistern, Göttern, Toten und höllischen Wesenheiten aus der Grube, die alle zu deinen neuen besten Freunden werden.

Dieses extravagante Kompendium thaumaturgischer Überlieferungen enthält auch eine Geschichte der Magie von der letzten Eiszeit bis zur Gegenwart, die in einer Reihe von leicht zu erfassenden Bildbiografien von fünfzig großen Zauberern erzählt und durch eine Vielzahl von Bildgeschichten ergänzt wird, die Ereignisse von den paläolithischen Ursprüngen der Kunst über der Kunst, der Sprache und des Bewusstseins bis hin zu den komischen Taten des Moon & Serpent-Gründers Alexander, dem falschen Propheten („Er ist lustig, er ist falsch und er hat eine sprechende Schlange! „).

Zusätzlich zu diesen vielfältigen Vergnügungen findet der abenteuerlustige Leser auch eine Reihe von hilfreichen Reiseführern zu außerirdischen Dimensionen, die bequem zu Fuß zu erreichen sind, sowie Profile der vielen kuriosen Einheimischen, denen man an diesen exotischen Orten begegnen kann. Es wird eine ganze Reihe von Unterhaltungsmöglichkeiten geboten, die so unterschiedliche Neuheiten und Unternehmungen wie eine üppig ausgestattete, dekadente Pulp-Geschichte über okkulte Abenteuer in Serienform umfassen. Abgerundet wird diese schier unvorstellbare Fundgrube durch eine ausführliche These, die die ultimative Bedeutung des Mondes und der Schlange auf eine Art und Weise enthüllt, die das lange verborgene Geheimnis der Magie, des Glücks, des Sex, der Kreativität und des bekannten Universums transparent macht und gleichzeitig erklärt, warum diese Mond- und Ophidensymbole im besonderen Namen des Ordens so prominent vorkommen. (Haftungsausschluss des Herstellers: Diese Ausgabe verrät allerdings nicht, warum sich die titelgebende Kabale von Magiern für großartig oder ägyptisch hält. Der Käufer möge sich vorsehen.)

Aber das sieht doch aus wie ein Kinderbuch?

Warum also wird all das in Form eines Kinderbuchs präsentiert? „Warum nicht?“, wäre die scherzhafte Antwort, aber es gibt noch weitere Gründe. Die Diskussion und Förderung von Magie im 21. Jahrhundert neigt dazu, in einem von zwei stereotypen Paketen zu erscheinen: New-Age-Mystizismus oder Gothic-Spookiness. Wenn es um Grimoires geht (und das Bumper Book ist per Definition ein Grimoire), scheinen die Leute den „grimmigen“ Teil des Wortes oft als Stilvorgabe zu nehmen, obwohl „Grimoire“ lediglich ein altes Wort für „Grammatik“ ist. Viele zeitgenössische Zauberbücher, vor allem die, die in die Fußstapfen von Kenneth Grant treten, sehen aus, als würden sie für eine Rolle in einer HP Lovecraft-Geschichte vorsprechen, mit lateinischen Titeln und der Art von geprägten Siegeln, die man immer wieder auf Metal-Alben sieht. Wie die Wissenschaft und die Kunst befasst sich auch die Magie mit der Gesamtheit der Welt, aber das merkt man nicht, wenn man sich viele Bücher ansieht, die das Thema behandeln. Die Verwendung des traditionellen Kinderjahresbuchs als Rahmenhandlung bedeutet, dass die Autorinnen und Autoren ihre Ideen aus einer Position der Unterhaltung und des ästhetischen Vergnügens heraus einbringen, während sie gleichzeitig (relativ) ernsthaft und informativ bleiben. (Das wiederum spiegelt Illuminatus! wider, das die Form einer ausschweifenden, von SF inspirierten Abenteuergeschichte nutzt, um eine Menge Diskussionen über Diskordianismus, Anarchismus, Okkultismus, seltsame Romane, amerikanische politische Geschichte usw. zu führen, die mir größtenteils neu waren, als ich die Trilogie im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal las). The Bumper Book mag oberflächlich betrachtet einem Kinderjahrbuch ähneln, aber dies ist kein Buch für Kinder. In den Aufsätzen wird der Einsatz von Drogen und Sex in der Magie diskutiert, und die Illustrationen enthalten viel Nacktheit (und auch eine ganze Menge Sex). Das Buch ist eine ernsthafte Studie, aber hoffentlich nicht langweilig. Einige der Beiträge werden in Comicform präsentiert, wobei acht der Seiten zu den letzten Werken des verstorbenen Kevin O’Neill gehören. Ben Wickey hat für die fünfzig Seiten von Old Moores‘ Lives of the Great Enchanters, die sich durch das ganze Buch ziehen und die gesamte Geschichte des westlichen magischen Denkens von der Steinzeit bis heute abdecken, eine fantastische Arbeit geleistet. Hier ist eine Menge ästhetisches Pasticcio am Werk (Alan liebt es, seine Ideen in geliehenen Gewändern vorzutragen): Kevins Seiten sind im Stil der Comicstrips aus Radio Fun und Film Fun – beliebte britische Kindercomics aus den 1940er und 50er Jahren – gestaltet, während Bens Strips das Format der alten Ripley’s Believe It or Not!-Strips haben.

Der Beitrag The Moon & Serpent Bumper Book of Magic – Alan Moore & Steve Moore erschien zuerst auf Tales of High Adventure.

]]>
450